Gloria Lasso (eigentlich Rosa María Coscolin, * 1. November 1922 in Vilafranca del Penedès, Barcelona; † 4. Dezember 2005 in Cuernavaca, Mexiko) war eine spanische und französische Sängerin romantischer Balladen.
Ihre Stimme war hell und kraftvoll, aber auch lyrisch. Wegen ihrer Trillertechnik nannte man sie
un Rossignol Madrilene (
eine Nachtigall aus Madrid, was allerdings nicht zu ihrer katalonischen Herkunft passt). Jean Cocteau gab ihr den Titel
l’aigle de la chanson (
Adler des Chansons).
Der Zenit ihrer Karriere in Europa lag zwischen 1955 und 1962, in dieser Zeit hielt sie viele Tourneen ab und belegte mit ihren Liedern regelmäßig vordere Plätze in den französischen Charts. Ihre fast 400 Langspielplatten wurden u.a. in Deutschland, Großbritannien, Italien, den USA, Mexiko, vielen südamerikanischen Ländern, aber auch in Japan veröffentlicht. Die Sängerin
Dalida war ihre stärkste Konkurrentin.
Zu den bekanntesten Liedern von Gloria Lasso gehören
Étranger au paradis (
Stranger In Paradise von
Tony Bennett) – das erste Album in Frankreich, das über eine Million mal verkauft wurde – und
Et maintenant (von Jean-Luc Lahaye); spanisch geprägt ist
Luna de miel (von
Mikis Theodorakis), griechisch der Welthit
Les enfants du Pirée (
Never on Sunday aus Sonntags… nie! von
Manos Hadjidakis). Sie sang auch im lateinamerikanischen Stil, z.B.
Manhã de Carnaval aus
Orfeu Negro (von
Luiz Bonfá).
Ihr Lied
Vénus (von Ed Marshall) stand 1959 fünf Wochen an der Spitze der französischen Hitparade. Mit dem Album
Le Tour de Chant de Gloria Lasso à l’Olympia kam sie schon 1956 für einen Monat auf den Spitzenplatz in den Verkaufszahlen. In Frankreich erhielt sie zwölf Goldene Schallplatten, in Mexiko Platin sowie die seltene Diamantene Schallplatte in den USA.
Anfang der sechziger Jahre zog Gloria Lasso in die Nähe von Cuernavaca in Mexiko und erhielt die mexikanische Staatsbürgerschaft. In Mittel- und Südamerika feierte sie weitere Erfolge. Sie kehrte 1985 für ein Comeback im Olympia nach Paris zurück. In Cuernavaca starb sie am 4. Dezember 2005 an einem Herzinfarkt, wenige Tage nach ihrem Konzert zur Feier ihres 50jährigen Bühnenjubiläums im November 2005, welches ihr letztes wurde. Ihr Urnengrab ist in der dortigen
Catedral de la Asunción de María.
Aus ihren sechs Ehen hatte sie drei Töchter, sechs Enkel und acht Urenkel.
Seit Mitte der neunziger Jahre werden ihre großen Erfolge auch auf CD veröffentlicht.